Auf Schatzsuche im Heizungskeller

Bevor Sie große Sanierungsmaßnahmen angehen, schauen Sie am besten zuerst einmal in den Keller. Die Heizungsanlage besteht aus vielen Komponenten wie Heizkessel, Pumpen, Rohrleitungen, Heizflächen und Thermostatventilen. Diese sind oft nicht richtig aufeinander abgestimmt. Strömungsgeräusche oder unterschiedlich warme Heizkörper sind die Folge. 

Beim hydraulischen Abgleich wird der für jeden Raum benötigte Wärmebedarf ermittelt. Daraus errechnet sich die genaue Heizwassermenge, die durch den jeweiligen Heizkörper fließen soll – abhängig von der Vorlauftemperatur, der Heizkörpergröße und dessen Entfernung zur Heizungspumpe.

Durch die richtige Einstellung der Heizungsregelung können Sie Energie sparen. Beispiel Vorlauftemperatur: Der Heizkessel sollte das Wasser nicht stärker erhitzen als unbedingt nötig, und zwar abhängig von der Außentemperatur. Der Heizkessel arbeitet bei niedrigen Temperaturen effizienter und die Wärmeverluste sinken. Ebenfalls empfehlenswert ist eine Nachtabsenkung auf 16 Grad Innentemperatur. Diese lässt sich bei modernen Regelungen für jeden Wochentag separat einstellen.

Kleine Maßnahme, große Wirkung: Dämmung der Rohrleitungen

Auch die Dämmung von zugänglichen, warmwasserführenden Rohrleitungen und Armaturen in unbeheizten Räumen reduziert den Energieverbrauch. Die Dämmung ist durch die Energieeinsparverordnung EnEV 2013 gesetzlich vorgeschrieben. In einem Ein- oder Zweifamilienhaus gilt die Vorschrift zwar erst nach einem Eigentümerwechsel, der Aufwand rechnet sich jedoch in der Regel in wenigen Jahren. Heizungsrohre dicker zu dämmen als vom Gesetzgeber gefordert, ist fast immer wirtschaftlich.

Die Heizungspumpe ist das Haushaltsgerät mit dem höchsten Stromsparpotenzial. Ungeregelte Heizungspumpen arbeiten stets mit voller Leistung, auch wenn die Heizungsventile gedrosselt sind. Geregelte Hocheffizienzpumpen dagegen arbeiten drei Viertel der Heizperiode in Teillast. Bei bis zu 6.000 Stunden im Jahr kann man so den Stromverbrauch auf ein Zehntel senken. Der Einbau moderner Hocheffizienzpumpen wird zudem staatlich gefördert.

Austausch der Heizungsanlage

Veraltete Anlagen, insbesondere Ölheizungen, verursachen hohe CO2-Emissionen und sollten zum Wohle des Klimas durch ökologische Heizungen ersetzt werden. Dazu zählen unter anderem Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellenheizungen und heizungsunterstützende Solarthermieanlagen aber auch Holzheizungen, wie Stückholz‐ oder Pelletkessel. Idealerweise kann das Gebäude an ein Wärmenetz in der Nähe angeschlossen werden.

Unabhängig vom gewählten Energieträger lassen sich in einem Einfamilienhaus durch die Verbesserung des Heizsystems, bedarfsgerechte Regelung und dem Austausch der Anlage bis zu 30 Prozent Endenergie einsparen. Das entspricht rund 300 bis 700 Euro Heizkostenersparnis jährlich.

Heizungstausch vorbreiten

Wenn ohnehin Sanierungsarbeiten an einem Gebäude anstehen, sollte der Heizungstausch frühzeitig mitgedacht werden, um die Systemtemperatur der Heizung insgesamt zu reduzieren. Bei einer umfassenden Sanierung kann es auch sinnvoll sein, bei der Wärmeverteilung auf Niedertemperatursysteme wie Fuß- oder Wandheizung zu setzen. Diese haben große Heizkörperflächen oder erwärmen die Räume mit Rohren im Estrich oder unter dem Putz als Fußboden- oder Wandheizung. Gerade in Kombination mit Brennwertkesseln, Wärmepumpen und solarer Heizungsunterstützung sind niedere Vorlauftemperaturen besonders sinnvoll.

Weitere Informationen

Alle Details zum Heizungs-Check lesen Sie auch in unserem Merkblatt "Auf Schatzsuche im Heizungskeller".

Weiterführende, umfassende Informationen finden Sie in der Broschüre Clever heizen! der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH.