Nachhaltiges Bauen und Sanieren meint neben den ökologischen auch soziale und damit verbundene ökonomische Faktoren. Sie haben einen Einfluss auf die langfristige und damit nachhaltige Nutzung eines Gebäudes.

Unser Zuhause ist der Ort, an dem wir die meiste Zeit des Tages verbringen. Funktionalität, Komfort, Ästhetik und nicht zuletzt die Bezahlbarkeit der Räume müssen passen, sonst fühlt man sich nicht wohl. Diese Aspekte sind oftmals nicht statisch, sie ändern sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Ein Gebäude ist daher auch dann nachhaltig, wenn es flexibel und dadurch langfristig nutzbar ist.

Wohnraum neu denken

Die Ansprüche an einen Wohnraum verändern sich im Zeitverlauf. So braucht eine vierköpfige Familie beispielweise den Platz eines Einfamilienhauses. Sind die Kinder aber aus dem Haus, stehen oft mehrere Zimmer oder ganze Etagen leer. Im Alter stellen die vielen Quadratmeter – gerade in den oberen Geschossen – eher eine Last als Luxus dar. Der Umzug in eine kleinere Wohnung kommt häufig nicht in Frage, weil die Eltern ihr bekanntes Umfeld nicht verlassen möchten.

Ein Umzug muss auch nicht sein. Wird beim Bau oder einer Sanierung flexibel geplant, kann die Raumaufteilung im Nachhinein vergleichsweise einfach verändert werden. Dann entsteht aus einer großen Wohnung über mehrere Stockwerke beispielweise eine separate Wohnung im Erdgeschoss mit ebenerdigem Zugang und barrierefreiem Badezimmer. Die freiwerdenden Räumlichkeiten können dann vermietet werden. Und vielleicht ergibt sich aus der neuen Bewohnerschaft auch eine neue Nachbarschaft mit Hilfe beim Einkaufen oder im Garten. So wird vorhandener Wohnraum genutzt, es muss weniger neuer Wohnraum geschaffen und damit weniger zusätzliche Fläche versiegelt werden.

Durchdachte Grundrisse und gute energetische Standards sind auch finanziell vorteilhaft. Vor allem in Ballungsgebieten mit hohen Quadratmeterpreisen ist es aus finanziellen Gründen wichtig, mit praktisch geschnittenen Wohnungen die Fläche optimal auszunutzen. Bedarfsgerechtes, verdichtetes Wohnen wird auch unter dem Begriff Suffizienz zusammengefasst.