Zukunftsfähige Heizsysteme und effiziente Lüftungsanlagen sparen Energie und steigern den Wohnkomfort

Schritt 2 jeder energieeffizienten Gebäudesanierung

Häufig ist eine alte, defekte Heizungsanlage der Auslöser für eine energetische Altbausanierung. Bevor Ihre Heizung unerwartet in der kalten Jahreszeit ausfällt, sollten Sie sich frühzeitig Gedanken über eine neue Heizung machen. Welche Heizungstechnik passt zu Ihrem Haus? Was sind sinnvolle und effizientere Alternativen zur Ölheizung? Mit welcher Technik sparen Sie am meisten Heizkosten?

Achtung: Bevor Sie Ihre alte Heizung austauschen, sollten Sie Ihren Energiebedarf senken. Ertüchtigen Sie Ihre Gebäudehülle, d.h. Fassade, Fenster, Dach und Kellerdecke. So kühlt Ihr Haus im Winter nicht mehr so schnell aus und im Sommer bleibt es innen angenehm kühl. Lesen Sie hierzu auch "Reduzierung des Gebäudeenergiebedarfs durch Dämmung: Schritt 1 jeder energieeffizienten Gebäudesanierung".

Auf dieser Seite sind die verschiedenen Heizungssysteme mit Ihren Vorzügen und Nachteilen erklärt, darunter: die moderne Ölheizung oder Gasheizung, die Wärmepumpe und die Brennstoffzellenheizung.

Hier finden Sie außerdem Hinweise und Erläuterungen zum in Baden-Württemberg gültigen Erneuerbare-Wärme-Gesetz, dem sogenannten EWärmeG. Das Landesgesetz verpflichtet seit dem 1. Januar 2010 Eigentümer bestehender Wohngebäude, erneuerbare Energien einzusetzen, wenn sie ihre Heizungsanlage austauschen.

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz: Was Sie beachten müssen

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) verpflichtet in Baden-Württemberg Eigentümer von bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden, erneuerbare Energien einzusetzen, sobald sie ihre Heizungsanlage austauschen.

Nach dem EWärmeG müssen Sie bei der Erneuerung einer Heizungsanlage 15 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Umweltwärme oder Bioenergie erzeugen oder ersatzweise Maßnahmen ergreifen. Zur Auswahl stehen Ihnen hier zahlreiche Optionen – vom energetischen Sanierungsfahrplan über Photovoltaik-Anlagen bis zur Kraft-Wärme-Kopplung. Auch Maßnahmen, die Sie bereits vor der Heizungserneuerung durchgeführt haben, werden berücksichtigt; beispielsweise wenn Sie die Vorgaben bei der Dämmung von Kellerdecke, Wand oder Dach erfüllen.

Ein energetischer Sanierungsfahrplan zeigt auf, welche Sanierungsschritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Ein erfahrener Energieberater erfasst dazu alle Bauteile und die Heizungsanlage. Daraus entwickelt er Ihren Sanierungsfahrplan. Damit erfüllen Sie die Anforderungen des EWärmeG bereits zu einem Drittel. Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung und können fast jedes Heizsystem ergänzen. Im Ein- und Zweifamilienhaus erfüllen Sie die Anforderungen des EWärmeG mit 0,07 Quadratmeter Kollektorfläche pro Quadratmeter Wohnfläche, im Mehrfamilienhaus mit 0,06 Quadratmeter pro Quadratmeter Wohnfläche. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenlicht. 0,02 kWp pro Quadratmeter Wohnfläche genügen zur vollständigen Erfüllung der EWärmeG-Vorgaben – unabhängig davon, ob Sie den erzeugten Solarstrom selbst nutzen oder einspeisen.

Mit einer Holzzentralheizung für Hackschnitzel, Scheitholz oder Pellets erfüllen Sie die Anforderungen. Das gilt auch für Einzelraumfeuerung durch Kachel-, Pellet- und Grundöfen, wenn die Öfen 30 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizen oder mit einer Wassertasche Wärme an das Zentralheizungssystem abgeben.

Mit der Wärmepumpe nutzen Sie Umwelt- oder Abwärme. Bei elektrischen Wärmepumpen müssen nach den EWärmeG-Vorgaben aus einer Kilowattstunde Strom mindestens 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden (Jahresarbeitszahl 3,50). Wird die Pumpe mit Gas oder Öl betrieben, muss das Gerät aus einer Kilowattstunde Brennstoff mindestens 1,2 Kilowattstunden Wärme bereitstellen (Jahresheizzahl 1,20).

Sie können die Vorgaben des EWärmeG zu zwei Dritteln erfüllen, wenn Sie Ihre Heizung mit mindestens 10 Prozent Bioöl oder Biogas bis 50 kW betreiben. Dazu müssen Sie einen entsprechenden Brennwertkessel einbauen.

Wenn Sie Dach, Außenwand oder Kellerdecke um mindestens 20 Prozent besser dämmen, als die Energieeinsparverordnung (EnEV 2013) fordert, erfüllen Sie das EWärmeG vollständig. Oder Sie verbessern die gesamte Gebäudehülle. In welchem Umfang dies anrechenbar ist, hängt vom Alter des Gebäudes ab. Auch wenn Sie Ihre Wärme aus einer Heizungsanlage mit Kraft-Wärme-Kopplung beziehen, können Sie das EWärmeG 2015 erfüllen. Statt eine eigene Heizungsanlage zu betreiben, erfüllt auch der Bezug der Wärme aus einem Kraft-Wärme-Kopplung oder mit mindestens 15 Prozent erneuerbaren Energien oder Abwärme betrieben wird.

Erfüllungsnachweise müssen Sie innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme Ihrer neuen Heizungsanlage der unteren Baurechtsbehörde vorlegen. Die erforderlichen Bestätigungen stellen Ihnen Energieberater und Handwerker aus.

Alle Details finden Sie auch in unserem Merkblatt "Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz: Was Sie beachten müssen".

Eine anschauliche Visualisierung finden Sie auf der Energiewende-Seite des Landes Baden-Württemberg.

Auf Schatzsuche im Heizungskeller

Bevor Sie große Sanierungsmaßnahmen angehen, schauen Sie am besten zuerst einmal in den Keller. Ein Heizungscheck – gerade vor der winterlichen Kälte – lohnt sich. Schon durch die optimale Einstellung der Heizung können Sie bis zu 15 Prozent Heizenergie einsparen. Besonders wirkungsvoll sind ein hydraulischer Abgleich, die richtige Einstellung der Heizungsregelung, die Dämmung von Rohrleitungen und ggf. der Einbau einer effizienten Heizungspumpe.

Die Heizungsanlage besteht aus vielen Komponenten wie Heizkessel, Pumpen, Rohrleitungen, Heizflächen und Thermostatventilen. Diese sind oft nicht richtig aufeinander abgestimmt. Strömungsgeräusche oder unterschiedlich warme Heizkörper sind die Folge. Beim hydraulischen Abgleich wird der für jeden Raum benötigte Wärmebedarf ermittelt. Daraus errechnet sich die genaue Heizwassermenge, die durch den jeweiligen Heizkörper fließen soll. Die Wassermenge ist abhängig von der Vorlauftemperatur, der Heizkörpergröße und dessen Entfernung zur Heizungspumpe. Voreingestellt wird der Wasserdurchfluss dann vom Fachmann. Für ein Einfamilienhaus kostet ein derartiger Abgleich etwa 500 Euro. Damit lassen sich jährlich durchschnittlich rund 160 Euro einsparen.

Durch die richtige Einstellung der Heizungsregelung können Sie Energie sparen. Beispiel Vorlauftemperatur: Der Heizkessel sollte das Heizungswasser nicht stärker erhitzen als unbedingt nötig, und zwar abhängig von der Außentemperatur. Bei wärmerer Witterung reicht eine niedrigere Vorlauftemperatur aus. Der Heizkessel arbeitet bei niedrigen Temperaturen effizienter und die Wärmeverluste sinken. Ebenfalls empfehlenswert ist eine Nachtabsenkung auf 16 Grad Innentemperatur. Die Nachtabsenkung lässt sich bei modernen Regelungen für jeden Wochentag individuell einstellen.

Die Heizungspumpe ist das Haushaltsgerät mit dem höchsten Stromsparpotenzial. Ungeregelte Heizungspumpen pumpen das Wasser stets mit voller Leistung durch das Rohrnetz, auch wenn die Heizungsventile gedrosselt sind. Geregelte Hocheffizienspumpen dagegen arbeiten drei Viertel der Heizperiode in Teillast. Das senkt den Strombedarf erheblich. Schließlich arbeiten Heizungspumpen bis zu 6.000 Stunden im Jahr. Brauchen alte ungeregelte Pumpen jährlich im Schnitt 600 Kilowattstunden (kWh), sind es bei neuen nur noch 60 kWh.

Diese kleinen Maßnahmen mit großer Wirkung sind auch beim Austausch der Heizungsanlage unerlässlich. Wir empfehlen Ihnen, einen qualifizierten Gebäudeenergieberater hinzuzuziehen. Die Bandbreite der Heizsysteme ist groß – von Holzpelletheizungen über Brennwertkessel mit thermischer Solaranlage bis zum Anschluss an ein bestehendes Fernwärmenetz oder die Installation einer Wärmepumpe. Gebäudeenergieberater aus Ihrer Region beraten Sie, welches System im Einzelfall das Richtige ist und informieren Sie über gesetzliche Anforderungen wie das Erneuerbare-Wärme-Gesetz.

Mehr zur Dämmung von Rohrleitungen finden Sie unter dem Absatz "Wärmeverteilung und -regelung mit minimalen Verlusten".

Alle Details zum Heizungs-Check lesen Sie auch in unserem Merkblatt "Auf Schatzsuche im Heizungskeller".

Weiterführende, umfassende Informationen finden Sie in der Broschüre Clever heizen! der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH.

Moderne Öl- und Gasheizung: der Mindeststandard

Veraltete Heizkessel sind meist ineffizient. Das fängt an bei der Kesseltemperatur: Das Wasser muss ständig auf 70 bis 90° C gehalten werden, um den Kessel vor Korrosion zu schützen. Ein einfacher Test: Ist es im Heizraum deutlich wärmer als im Wohnzimmer, ist es höchste Zeit für eine Erneuerung.

Auch wenn Sie bei einer Öl- oder Gasheizung bleiben möchten, können Sie mit einer effizienten Anlage einiges an Energie und Emissionen einsparen. Nach dem EWärmeG Baden-Württemberg muss ein Brennwertkessel mit gutem Wirkungsgrad und mit niedrigeren Betriebstemperaturen beim Ersatz eingebaut werden.

Der Energiegehalt des Brennstoffs wird nahezu vollständig genutzt. Niedrige Rücklauftemperaturen erhöhen den Wirkungsgrad, weshalb die Kombination mit großen Heizflächen, Wand- oder Fußbodenheizungen ideal ist. Brennwertkessel lassen sich zudem optimal mit einer Solaranlage kombinieren. Sie benötigen eine Kollektorfläche von 1 bis 2 m² pro Person bei einem täglichen Warmwasserbedarf von 40 bis 50 Litern. Und: Mit 0,07 Quadratmetern Kollektorfläche pro Quadratmeter Wohnfläche ist das Erneuerbare-Wärme-Gesetz bereits erfüllt.

Wärmepumpen: legaler Energiediebstahl

Wärmepumpen sind schlaue „Energiediebe“: Sie holen sich zusätzliche Energie einfach aus ihrer direkten Umgebung – der Außenluft, dem Grundwasser, Oberflächenwasser oder dem Erdreich – und erhöhen so das Temperaturniveau im Haus. Trotz höherer Anschaffungskosten lohnen sich Wärmepumpen gegenüber Öl- oder Gas-Heizungen– wenn Sie auf den optimierten Betrieb achten!

Denn: Um die Umweltwärme anzuzapfen, benötigen elektrische Wärmepumpen Strom. Prüfen Sie darum vor einer Anschaffung genau, ob die Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb gegeben sind. Dazu ein Hinweis: Eine Wärmepumpe arbeitet umso wirksamer, je niedriger die Temperatur des daran angeschlossenen Heizsystems ist. Es ist darum sinnvoll, zunächst den Energiebedarf und das Temperaturniveau Ihrer Heizung durch Sanierungsmaßnahmen, z.B. an der Gebäudehülle, zu senken.

Ein entscheidender Richtwert ist die Jahresarbeitszahl: Sie gibt an, wie viel Wärme (in Kilowattstunden) aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Gut ausgelegte Wärmepumpen können mit einer Kilowattstunde Strom mehr als vier Kilowattstunden Wärme verfügbar machen (Jahresarbeitszahl 4). Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz fordert bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,50.

Unser Tipp: Lassen Sie sich die Jahresarbeitszahl von Ihrem Installateur garantieren. Zur Kontrolle dient der Einbau eines Wärmemengenzählers. Am Jahresende teilen Sie einfach die erzeugte Wärmemenge durch den Stromverbrauch der Wärmepumpe – und kennen die tatsächliche Jahresarbeitszahl.

Weitere Informationen bietet die Broschüre "Energieeffiziente Wärmepumpen-Heizungsanlagen" des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Brennstoffzellenheizungen

Der Brennstoffzellen-Heizung liegt das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zugrunde: Ein winziges Kraftwerk erzeugt Strom und die dabei entstehende Abwärme wird genutzt, um Wasser zu erhitzen. Als sogenanntes Blockheizkraftwerk (BHKW) kommt die KWK auch in Wohngebäuden zum Einsatz – als Mikro-BHKW sogar in Ein- bis Zweifamilienhäusern. Diese kleinen Geräte stehen wie herkömmliche Heizkessel im Keller und versorgen den Haushalt mit Strom. Dieser ist deutlich günstiger als beim Energieversorger. Die entstehende Abwärme wird zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt. Den Brennstoff nutzen BHKW um 30 Prozent besser aus als jeder konventionelle Heizkessel.

Voraussetzung für den Einbau einer Brennstoffzellenheizung ist lediglich ein Gasanschluss und ca. ein Quadratmeter Stellfläche. Neben diesen Vorzügen schont die Technologie auch die Umwelt: Die CO2-Emissionen können gegenüber einer getrennten Strom- und Wärmeerzeugung um bis zu 40 % gesenkt werden. Die KfW-Bank fördert den Einbau einer Brennstoffzelle mit einem Investitionszuschuss bereits ab 7.050 €.

BHKW arbeiten meist mit Verbrennungsmotoren und nutzen überwiegend Erdgas als Brennstoff. Auch in der Brennstoffzellenheizung kommt Gas zum Einsatz. Es wird jedoch nicht verbrannt: Der sogenannte Reformer im Heizgerät spaltet das Gas in Wasserstoff und Kohlendioxid auf. Aus dem Wasserstoffgas entstehen bei einer elektrochemischen Reaktion Strom und Wärme – und zwar sehr effizient: Gegenüber BHKW mit Verbrennungsmotor kann der elektrische Wirkungsgrad von rund 30 auf bis zu 60 Prozent steigen. Gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung sinkt der CO²-Ausstoß um bis zu 40 Prozent. Da es keine offene Verbrennung gibt, entstehen nahezu keine gesundheitsschädlichen Stickoxide. Hinzu kommt, dass Brennstoffzellen keine Mechanik in Bewegung halten. Deshalb verursachen sie keine Geräusche oder Vibrationen und sind wartungsarm. Für den Betrieb einer Brennstoffzellenheizung ist ein Gasanschluss nötig, meist wird sie mit konventionellem Erdgas betrieben. Prinzipiell eignen sich aber auch erneuerbare Energieträger: Regeneratives Methan oder aufbereitetes Biogas sind zukünftig eine klimafreundliche Alternative für die Kleinkraftwerke im Keller.

Brennstoffzellenheizungen sind etwa doppelt so groß wie ein Kühlschrank und können anstelle des vorhandenen Wärmeerzeugers im Haus installiert werden. Wer sich bei einem Heizungstausch für ein BHKW in seinem Keller entscheidet, erfüllt auch das in Baden-Württemberg geltende Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Derzeitige Anlagen sind so konzipiert, dass sie den Grundbedarf an Strom und Wärme im Haushalt decken. Bei einem höheren Bedarf an Wärme schaltet sich ein Gasbrennwertgerät hinzu, bei einem höheren Stromverbrauch wird elektrische Energie aus dem Netz bezogen. Erzeugt die Heizung mehr Strom als die Bewohner im Haushalt verbrauchen, wird er in das Netz eingespeist. Die Kosten für Brennstoffzellen-Heizgeräte sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Dank attraktiver Förderungen sind sie inzwischen über die gesamte Laufzeit gerechnet und abhängig von den Energiekosten konkurrenzfähig zu konventionellen Heizungen. Im Idealfall amortisieren die geringeren Stromkosten die Investition über die Zeit. Hauseigentümer sollten bei einem Heizungstausch mit Experten wie Gebäudeenergieberatern oder Heizungsbauern prüfen, ob sie von der Technik profitieren können.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Brennstoffzellenheizungen mit einem Zuschuss von maximal 40 Prozent der Kosten. Die Zuschusshöhe hängt von der elektrischen Leistung ab und liegt zwischen 7.050 und 28.200 Euro. Im Fall einer Brennstoffzellenheizung für ein Ein- oder Zweifamilienhaus mit einer elektrischen Leistung von 700 Watt fallen 8.850 Euro KfW-Zuschuss an: 5.700 Euro Grundförderung sowie 450 Euro Zusatzförderung pro angefangene 100 Watt. Zudem ergibt sich aus dem KWK-Gesetz für eine 700 Watt-Anlage eine pauschale Fördersumme von 1.680 Euro. Alternativ kann man sich den erzeugten Strom für 60.000 Vollbenutzungsstunden vergüten lassen – mit 4 Cent je kWh bei Eigennutzung und 8 Cent je kWh bei Einspeisung ins Stromnetz.

Alle Details finden Sie auch in unserem Merkblatt "Brennstoffzellen - Heizungen für Ein- und Zweifamilienhäuser". 

Weiterführende Informationen zu Technik, Kosten und Förderung:

So funktioniert eine Brennstoffzellenheizung - Handwerk-Magazin

Brennstoffzellen-Heizung: Technik, Kosten, Arten & Förderung - co2online

Wärmeverteilung und -regelung mit minimalen Verlusten

Heizwärme muss nicht nur erzeugt, sondern auch verteilt werden. Mit der Dämmung von warmwasserführenden Rohrleitungen und Armaturen – v.a. in unbeheizten Räumen – reduzieren Sie den Energieverbrauch deutlich. Eine Mindestdämmung ist durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) sogar gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Sie in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen, gilt die Vorschrift zwar erst nach einem Eigentümerwechsel, sie rentiert sich jedoch in der Regel bereits nach wenigen Jahren. Auch Heizungsrohre dicker zu dämmen als der Gesetzgeber dies fordert, ist fast immer wirtschaftlich.

Bei einer umfassenden Sanierung kann es auch sinnvoll sein, bei der Wärmeverteilung auf Niedertemperatursysteme wie Fuß- oder Wandheizung zu setzen. Diese haben große Heizkörperflächen oder erwärmen die Räume mit Rohren im Estrich oder unter dem Putz als Fußboden- oder Wandheizung. Gerade in Kombination mit Brennwertkesseln, Wärmepumpen und solarer Heizungsunterstützung sind niedere Vorlauftemperaturen besonders sinnvoll.

Mit moderner Regelungstechnik können Sie die Wärme exakt auf Ihre Bedürfnisse abstimmen. Bausteine sind

  • eine Nachtabsenkung und die zeitliche Anpassung an einen geringeren Wärmebedarf – z.B. während Sie schlafen, bei der Arbeit oder im Urlaub sind.
  • eine individuelle Wärmeregelung pro Raum, z.B. durch Thermostatventile.
  • eine witterungsgeführte Regelung, die die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur anpasst.

Vernünftig heizen – und mal so richtig durchlüften

Vernünftig Heizen lohnt sich. Mit ein wenig Aufmerksamkeit können Sie viel Energie sparen. Dazu gehören individuell eingestellte Raumtemperaturen, entlüftete Heizkörper und richtiges Lüften. Ein durchschnittlicher Haushalt in einem Altbau kann so jährlich bis zu 200 Euro einsparen.

Bei den Heizkosten zählt jedes Grad. Eine Absenkung um ein Grad Celsius spart rund sechs Prozent Heizenergie. Generell gilt: Sie sollten die Raumtemperatur immer der Nutzung anpassen. Übliche Temperaturen für bewohnte Räume und Kinderzimmer sind 20 Grad, im Bad können es auch 22 Grad sein. Für Schlafzimmer und Nebenräume reichen 16 Grad aus. Nachts können Sie die Temperatur in allen Räumen auf 16 Grad absenken. Kälter sollte es nicht werden, um eine Kondensation von Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen und damit Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Während des Urlaubs darf die Temperatur auf zehn bis zwölf Grad sinken.

Wenn die Heizkörper gluckern, müssen Sie mit einem Entlüfterschlüssel die Luft entweichen lassen. Vor dem Entlüften sollten Sie wenn möglich die Heizungspumpe abschalten, damit die Flüssigkeit im Heizkreislauf zum Stillstand kommt. Ob Wasser im Heizkreislauf nachgefüllt werden muss, zeigt die Druckanzeige am Heizkessel. Das ist wichtig, denn nur bei ausreichendem Betriebsdruck ist die gleichmäßige Wärmeverteilung sichergestellt.

Richtige Möblierung: Einen Wärmestau an den Heizkörpern sollten Sie unbedingt vermeiden. Möbel und Verkleidungen vor dem Heizkörper verhindern, dass sich die Wärme im Raum ausbreitet. Verdecken Vorhänge die Heizkörper, wird ein Großteil der Wärme sogar direkt wieder über die Fenster nach außen geleitet. Möbel und Verkleidungen sollten auch nicht vor ungedämmten Außenwänden stehen. Gelangt zu wenig Wärme an diese Wände, sinkt die Oberflächentemperatur und das Risiko der Schimmelpilzbildung steigt.

Lüften Sie Ihre Räume mit weit geöffneten Fenstern (Stoß- oder Querlüften). Die warme und feuchte Raumluft wird rasch gegen kühlere und trockenere Außenluft ausgetauscht. Die in Wänden und Decke gespeicherte Wärme bleibt jedoch im Raum. Die Thermostatventile sollten Sie kurz vor dem Lüften auf Null stellen, so dass die Restwärme der Heizkörper noch genutzt wird. Sobald es draußen kalt ist, sollten Sie auf eine Kippstellung der Fenster verzichten. Rund um das gekippte Fenster kühlt das Mauerwerk aus und das Risiko der Schimmelpilzbildung steigt. Sind die darunter liegenden Heizkörper auch noch aufgedreht, heizen Sie direkt zum Fenster raus. Auch in der Toilette ist im Winter das gekippte Fenster tabu. Beim Kochen, Baden und Wäsche trocknen entsteht eine hohe Feuchtigkeit. Darum sollten Sie diese Räume direkt lüften. Gleichzeitig erhöht sich die Feuchtigkeitskonzentration kontinuierlich durch Atmung, Pflanzen und Aquarien. Lüfte Sie deshalb mehrmals täglich. Ein Hygrometer ist eine sinnvolle Investition. Dieser misst die Luftfeuchtigkeit im Raum und zeigt, wann es Zeit ist zu lüften. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in der Heizperiode nicht über 60 bis 65 Prozent liegen. Und: Neue Fenster sind viel dichter als die alten aus den siebziger oder achtziger Jahren. Sie halten die Wärme dadurch besser im Haus. Achten Sie daher bei neuen Fenstern besonders auf regelmäßiges und richtiges Lüften. Oder lassen Sie sich beraten, ob eine mechanische Lüftung bei Ihnen Sinn macht.

Alle Details lesen Sie auch in unserem Merkblatt „Richtig Heizen und Lüften“

Wenn Sie eine ganzheitliche energetische Gebäudesanierung planen, sollten Sie auch gleich über ein Lüftungssystem nachdenken. So haben Sie Tag und Nacht frische Luft im Haus, Feuchtigkeit wird optimal nach außen transportiert und die Wärme bleibt dank Wärmerückgewinnungstechnik im Haus.

Umfassende Informationen zu Lüftungssystemen finden Sie in der Broschüre „Wohnungslüftung – Grundlagen, Anforderungen und technische Lösungen“ der Sächsischen Energieagentur saena GmbH. 

Weiterführende Informationen und konkrete Umsetzung

Qualifizierte Energieberater bieten maßgeschneiderte Lösungen

Weiterführende Informationen zu effizienten und zeitgemäßen Heizungstechniken und zu den verschiedenen Erfüllungsoptionen des EWärmeG in Baden-Württemberg - jeweils auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung zugeschnitten - erhalten Sie beim Beratungstelefon von Zukunft Altbau und dem Energieberater Ihres Vertrauens.

Methoden zur erneuerbare Heizwärme- und Warmwassererzeugung lesen Sie im Folgekapitel "Erneuerbare Energien", darunter:

  • Holzpelletheizungen
  • Blockheizkraftwerke
  • Solarthermie
  • Photovoltaik und
  • Geothermie

 

 

 

Rundum saniert

Gebäudehülle

Durch ungedämmte Dächer, Wände und Kellerdecken oder undichte Fenster entweicht viel Wärme. Nutzen Sie darum durch umfassende Dämmung Ihre Heizenergie effizienter.

Saubere Sache

Erneuerbare Energien

Zukunftsorientiert, kostengünstig, klimaneutral – und finanziell gefördert: Erneuerbare Energien haben viele Vorteile, die Sie bei einer Sanierung bedenken und nutzen sollten.