Pressebild Zukunft Altbau

Energieeffizienz-Etikett für neue Heizungen

Presseinformation 18/2015
Stuttgart, 25. September 2015


EU-Label ist seit 26. September Pflicht

Kennzeichnung wie bei Spül- und Waschmaschinen eingeführt. Professionelle Beratung beim Kauf weiter nötig.

An neuen Heizungen können Hausbesitzer künftig ablesen, wie effizient sie sind. Am 26. September ist zu diesem Zweck das EU-Energielabel in Kraft getreten. Hersteller sind seitdem verpflichtet, ihre Geräte auf einem Etikett energetisch zu klassifizieren. Die Bandbreite reicht von A++ bei sehr guter bis G bei mangelnder Effizienz – auf einer Farbskala ist das von grün bis rot dargestellt. Wie hoch die Betriebskosten sind, können Verbraucher anhand des Labels jedoch nicht ermitteln, betont das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Programm Zukunft Altbau. „Der Energieverbrauch der Heizung hängt besonders von der energetischen Qualität des Hauses ab“, sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau. Die energetische Beschaffenheit bestimme zudem, welche neue Heizungstechnik überhaupt in Frage komme. Manche neue Heizung sei nur in gut sanierten Häusern sinnvoll. „Eine professionelle Beratung ist deshalb erforderlich“, so Hegen.

Neutrale Informationen zum EU-Label gibt es kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.

Pflicht ist das Etikett für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt (kW) Leistung, für Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie für Produktkombinationen, sogenannte Verbundanlagen. Geräte aus Lagerbeständen dürfen noch ohne das Label verkauft werden. Heizungs-Handwerker können also auch nach Ende September Geräte ohne Effizienzlabel verkaufen und einbauen, wenn sie sie vor dem Stichtag erworben haben.

Ökoheizungen im Vorteil

„Ein A+ oder A++ bekommen Heizungen, wenn sie regenerative Energien nutzen. Das ist bei Solarkollektoren zur Wärmeerzeugung der Fall und bei Wärmepumpen, die bestimmte Bedingungen erfüllen“, sagt Rainer Schüle von der Energieagentur Regio Freiburg. „Auch KWK-Anlagen erhalten diese Bestnoten.“ Konventionelle Öl- und Gasgeräte erreichen die Kategorien A bis G. Holz- und Pelletheizungen sowie Bioöl- und Biogasheizungen benötigen kein Etikett – hier konnte sich die EU auf keine gemeinsamen Standards einigen.

Das Label für den Heizkessel liefert sieben Informationen: Am oberen Rand des Datenblatts ist der Hersteller und die Modellbezeichnung zu sehen. Dann folgt die Raumheizungsfunktion. In der Mitte steht die jeweilige Effizienzklasse. Unten erhalten die Verbraucher Informationen über die Wärmenennleistung, den Wirkungsgrad und den Schallleistungspegel der Heizung.

Altgeräte im Heizungskeller benötigen das EU-Label übrigens nicht. Für sie kommt eine deutsche Kennzeichnung ab dem 1. Januar 2016. Hausbesitzer erhalten das Label für Altanlagen von Heizungsmonteuren, Energieberatern oder Schornsteinfegern kostenfrei. Die Bundesregierung erstattet den Fachleuten den Aufwand für die Erstellung. Pflicht wird dieses Label erst ab 2017.

EU-Label macht Heizungskauf nicht einfacher

Das Heizungslabel rückt die Effizienz der Heizung als wichtiges Kaufkriterium in den Vordergrund.  „Wie hoch die Jahreskosten schlussendlich sind, hängt im Wesentlichen vom Energiestandard des Hauses ab“, erklärt Rainer Schüle, „also davon, ob Dach und Wand gedämmt sind, ob gute Fenster vorhanden sind und ob die Luftdichtigkeit stimmt.“ Hinzu kommt: Eine hohe Energieeffizienzklasse stellt nicht automatisch sicher, dass die Anlage für jeden Einsatzfall geeignet ist. Wärmepumpen beispielsweise verursachen in nicht sanierten Altbauten höhere Betriebskosten als eine Ölheizung. Beim Heizungskauf hilft das Label also nur bedingt.

Wer eine Heizungsmodernisierung ins Auge fasst, sollte daher unbedingt einen qualifizierten Gebäudeenergieberater hinzuziehen. Sie sind unabhängig und haben das ganze Haus im Blick. Erst nach einem Check der Gebäudehülle und der Anlagentechnik machen die Energieexperten Vorschläge, welche Heizung sich lohnt. Bei der Gelegenheit zeigen sie auch, welche weiteren Sanierungsschritte nützlich und wirtschaftlich sind.

Mit dem neuen EU-Label für neue Heizungen will die EU-Kommission den Druck auf die Hersteller erhöhen, effizientere Heizungsanlagen zu verkaufen. Das Energieeffizienzlabel geht zurück auf die 2009 beschlossene Ökodesign-Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates. Ziel ist die Minderung des Treibhausgases CO2.

Aktuelle Informationen zur energetischen Sanierung von älteren Wohnhäusern gibt es auch auf www.facebook.com/ZukunftAltbau.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderte Programm hat seinen Sitz in Stuttgart und wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) umgesetzt.

Ansprechpartner Pressearbeit:
Axel Vartmann
PR-Agentur Solar Consulting GmbH
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Ansprechpartnerin Zukunft Altbau:
Dipl.-Ing. Petra Hegen, Freie Architektin und Energieberaterin
Zukunft Altbau
Gutenbergstraße 76
70176 Stuttgart

Tel. +49/711/489825-13
Fax +49/711/489825-20
petra.hegen(at)zukunftaltbau.de
www.zukunftaltbau.de