Pressebild Zukunft Altbau

Neue Heizkessel braucht das Land

Presseinformation 19/2016
Stuttgart, 13. Oktober 2016


Brennstoffkosten senken mit moderner Technik

Gebäudeenergieberater prüfen, welche Heizung passt.

In deutschen Heizungskellern stehen viele veraltete Kessel. Zu hohe Betriebskosten und Emissionen sind die Folge. Heizkessel mit neuer Technik können das ändern. Sie arbeiten effizienter und können in Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 30 Prozent an Endenergie einsparen. Hauseigentümer sollten daher prüfen lassen, ob es sich lohnt, den Kessel durch einen neuen zu ersetzen, rät das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. „Vor allem wenn der Kessel älter als 20 Jahre ist, zahlt sich ein Heizungstausch aus“, sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau. „Die Investitionskosten rechnen sich in vielen Fällen.“ Eine Erneuerung sollte außerdem geprüft werden, wenn im Heizungskeller hohe Temperaturen herrschen. Das sei ein Zeichen für hohe Energieverluste, so Hegen.

Wer seinen veralteten Heizkessel austauscht, reduziert seine Heizkosten jährlich um 300 bis 700 Euro in Einfamilienhäusern. Welcher Heizungstyp zu ihrem Haus passt, erfahren Eigentümer bei Heizungsfachleuten. „Nicht jedes Heizkonzept ergibt für jeden Haustyp Sinn“, sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. „Eine gute Beratung ist daher notwendig.“ Angeboten wird die Hilfe von Gebäudeenergieberatern. Die Experten analysieren Haus sowie Gebäudetechnik und geben eine Empfehlung ab. Die finanziell geförderte Analyse beinhaltet auch Tipps, ob bei den energetisch wichtigen Bauteilen wie Dach, Kellerdecke, Fenstern oder Fassade Sanierungsmaßnahmen angebracht sind. Das würde zusätzliche Energie einsparen, die Heizung könnte dann kleiner dimensioniert werden.

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.

Erneuerungswelle rollt auf Deutschland zu

Das durchschnittliche Alter der Heizgeräte in Deutschland liegt bei 17,6 Jahren, ergab im Jahr 2014 eine Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Über ein Drittel aller Heizungen in Deutschland sind sogar länger als 20 Jahre im Dienst. Viel länger ist gesetzlich nicht erlaubt: Gas- und Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen in der Regel seit Jahresbeginn 2015 ausgetauscht werden. In den nächsten Jahren rollt daher auf Deutschland eine Erneuerungswelle zu, rund sieben Millionen der rund 21 Millionen Heizungen müssen ersetzt werden.

Auf dem Markt gibt es für jedes Haus die passende Lösung: Der Platzhirsch unter den Heizungstechniken ist die Gasheizung. Rund 50 Prozent aller Gebäude sind damit bestückt. Ölkessel stehen in etwa 30 Prozent aller Wohngebäude. Der technische Standard bei beiden ist die Brennwerttechnik. „Sie nutzt den Energieinhalt des eingesetzten Brennstoffes nahezu vollständig“, so Knapp. „Auch die Wärme des im Rauchgas enthaltenen Wasserdampfs wird für die Wärmebereitstellung erschlossen.“

Eine Alternative zu begrenzt verfügbaren, fossilen Energieträgern stellen regenerative Energien dar: Zu ihnen gehören Wärmepumpen. Knapp 60.000 Heizungswärmepumpen werden pro Jahr inzwischen in Deutschland verkauft. Der Anteil am Gesamtbestand aller Heizungen liegt bereits bei rund vier Prozent. Wärmepumpen holen sich Wärme aus der Umwelt – Außenluft, Grundwasser, Oberflächenwasser oder Erdreich – und „pumpen“ diese auf ein höheres Temperaturniveau. Zum Antrieb wird in der Regel Strom benötigt. Das Verhältnis von gewonnener Heizenergie zu eingesetzter elektrischer Energie, die Jahresarbeitszahl, beschreibt die Energieeffizienz. Sie muss bei elektrischen Wärmepumpen über 3,5 liegen. Das wird meist nur erreicht, wenn die Wärmepumpen in gut gedämmten Häusern mit Fußboden- oder Wandflächenheizung eingesetzt werden. Wärmepumpen, die Außenluft als Wärmequelle nutzen, erzielen vor allem bei ungenügend gedämmten Gebäuden die geforderten Werte jedoch nur selten.

Effizienzpakete für den Heizungskeller

Der Brennstoff Holz ist eine weitere, attraktive erneuerbare Energieform. Holzheizungen gibt es als Stückholz- oder Pelletkessel, in jeder Größe und für jeden Bedarf. Die Zentralheizungen passen in jeden Heizungskeller, sind bequem zu bedienen und funktionieren weitgehend automatisch. Mit der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung sind zudem strenge Grenzwerte für die Emissionen aus Holzheizungen festgelegt. Ein Pelletlager benötigt in etwa so viel Raum wie ein Öltank. Aus Kostensicht lohnt sich der Brennstoff Holz ebenfalls, ist er doch günstiger als Heizöl und zudem klimaneutral. Das wiegt die höheren Anschaffungskosten langfristig wieder auf.

Eine lohnende Option sind auch thermische Solaranlagen. „Anlagen zur Brauchwassererwärmung können im Jahresdurchschnitt bis zu zwei Drittel der benötigten Wärme solar erzeugen“, erklärt Hegen. „Die Heizung kann dann im Sommer abgeschaltet werden.“ Wer die Anlage auch zur Heizungsunterstützung verwendet, spart weitere Brennstoffkosten. Eine heizungsunterstützende Solarwärmeanlage ist besonders dann sinnvoll, wenn das Heizsystem sowieso einen Pufferspeicher benötigt – etwa bei Holzheizungen.

Liegt in der Straße ein Wärmenetz, ist dies eine empfehlenswerte Möglichkeit der Wärmeversorgung. Die Wärme stammt in diesem Fall in der Regel aus effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder aus erneuerbaren Energien.
Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit wird der Wärmepreis des Wärmeversorgers den Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten der eigenen Heizungsanlage gegenübergestellt.

Eine neue Technologie sind Mini- und Mikro-KWK-Anlagen. Sie wurden für kleinere und mittlere Wohnhäuser entwickelt. Die Power-Pakete im Heizungskeller produzieren Strom, die Abwärme der Elektrizitätsgewinnung wird zum Heizen genutzt. Die Technik ist daher besonders effizient. Die Anlagen lohnen sich jedoch erst ab einer Größe von etwa vier bis sechs Wohneinheiten.

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Auch gesetzliche Bestimmungen wie der bundesweite Energieausweis oder das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes Baden-Württemberg setzen auf mehr Effizienz in Altbauten: Häuser mit neuen Heizungen erhalten eine bessere Note im Energieausweis. Im Südwesten dürfen bei einem Heizungsaustausch in Wohngebäuden nur noch Heizanlagen eingebaut werden, die durch mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien unterstützt werden. Als alternative Erfüllungsoptionen kommen unter anderem Dämmmaßnahmen in Frage.

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Aktuelle Informationen zur energetischen Sanierung von Wohnhäusern gibt es auch auf www.facebook.com/ZukunftAltbau.

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderte Programm hat seinen Sitz in Stuttgart und wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) umgesetzt.

Ansprechpartner Pressearbeit:
Axel Vartmann
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Ansprechpartnerin Zukunft Altbau:
Dipl.-Ing. Petra Hegen, Freie Architektin und Energieberaterin
Zukunft Altbau
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70176 Stuttgart

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Fax +49/711/489825-20
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