Lange Bauzeiten und nachträgliche Kostensteigerungen schrecken viele davon ab, sich an die Sanierung ihres Altbaus zu machen. Hier kann der Sanierungssprint Abhilfe schaffen: er ermöglicht eine energetische Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern in nur 22 Werktagen.
Ein Sanierungssprint umfasst Energiesparmaßnahmen wie Dämmung, Heizung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien und Photovoltaik. Neugestaltungen von Raumzuschnitten sowie Bad- und Küchensanierungen werden bei Bedarf ebenfalls integriert.
Sind Sie Eigentümerin oder Eigentümer eines sanierungsbedürftigen Gebäudes und interessiert am Sanierungssprint?
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Auf einer Sprintbaustelle arbeiten alle Gewerke parallel und eng abgestimmt. Das gelingt dank einem detaillierten Bauzeitenplan. Seine Erstellung braucht zeitlichen Vorlauf, stellt aber schnelle Baufortschritte, kurze Baustellenzeiten und hohe Qualitätsstandards sicher.
So wird die anstrengende Baustellenphase möglichst kurzgehalten, der Bauabschluss liegt in greifbarer Nähe. Aufwändige Ausweichlösungen oder Mietausfälle werden auf ein Minimum reduziert. Der Auszug aus dem Gebäude während der intensiven Bauphase ist jedoch empfehlenswert.
Der Sprintkoordinator kümmert sich um die Einhaltung der geplanten Kosten und Qualität und bringt die Wünsche der Bauherrschaft ein. Dabei handelt es sich in der Regel um Fachleute aus den Bereichen Architektur oder Bauingenieurwesen, die neben der Planung auch die Koordination der Umsetzung abdecken.
Die Sanierungskosten unterscheiden sich unterm Strich nicht von denen einer konventionellen Sanierung. Denn dem zusätzlichen Koordinatoren-Honorar stehen die sich ergebenden Kosteneinsparungen gegenüber, beispielweise durch günstigere Vergaben auf Basis qualifizierter Ausschreibungen, die Vermeidung von Nachträgen, geringere Gerüststandkosten und weniger Mehrkosten für Mietausfälle und parallel gemietete Wohnungen. Für Sanierungssprints sind die üblichen staatlichen Förderungen anwendbar, insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), beispielsweise in Form der Effizienzhausförderung und Förderung der Baubegleitung.
Sanierungssprints sind umfassende Modernisierungsprojekte. Umfangreiche Kosten, aber auch Förderungen sind je nach Projekt gegenüberzustellen. Die notwendigen Eigenmittel betragen oftmals mehr als 100.000 Euro.
Um den engen Austausch auf der Baustelle bestmöglich zu unterstützen, stellt die Bauherrschaft ein gemeinsames Mittagessen für alle Handwerkerinnen und Handwerker.
Der Sanierungssprint wird nach festen Rahmenvorgaben durchgeführt:
Der Sanierungssprint umfasst alle energetischen Sanierungsmaßnahmen: Die Dämmungen von Fassade, Dach und Keller werden nach optimierten Standards durchgeführt, die Fenster werden dreifach verglast. Sofern kein Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist, kommt eine Wärmepumpe oft in Kombination mit einer Flächenheizung – wie einer Fußbodenheizung oder eine Heiz- und Kühldecke – und eine Photovoltaik-Anlage zum Einsatz.
Weitere nicht-energetische Maßnahmen, wie die Modernisierung von Küche und Bad oder die Reduzierung von Stufen und Schwellen, können miteingeplant, im Bauzeitenplan berücksichtigt und parallel durchgeführt werden.
Einzelne Sanierungsschritte können in Eigenleistungen ausgeführt werden. Dafür eignen sich vor allem Arbeiten, die entweder vor oder nach dem eigentlichen Sprint-Zeitraum durchgeführt werden können. Zum Beispiel können im Vorfeld Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Im bereits wieder bewohnbaren Haus können nach dem Sprint beispielsweise noch die Wände gestrichen, oder Sockenleisten angebracht werden.
Bislang wurden ausschließlich Sanierungen von Ein- und Zweifamilienhäusern als Sprint umgesetzt. Aber auch größere Häuser können im Rahmen eines Sanierungssprints energetisch ertüchtigt werden, jedoch verlängert sich je nach Komplexität der Sanierungszeitraum.
Den Gebäudebestand zu sanieren und ausreichend Wohnfläche zu schaffen sind große Herausforderungen. Sanierungssprints können hier ein wichtiger Baustein sein, denn sie sorgen für eine höhere Produktivität: sie leisten einen Beitrag zur Linderung von Fachkräfte- und Wohnungsmangel. Indem Facharbeitende so effizient wie möglich eingesetzt werden, können sie mehr Sanierungen umsetzen. Zudem werden ungenutzte Gebäude (durch Verfall oder Baustelle) schneller wieder auf dem Wohnungsmarkt verfügbar.
Folgende Sanierungssprint-Koordinatorinnen und -Koordinatoren in Baden-Württemberg haben eine Kurzschulung von Zukunft Altbau abgeschlossen und können bei Interesse an einem Sanierungssprint angesprochen werden. Alternativ können Sie sich an Ihre regionale Energieagentur vor Ort wenden.
Auch diese Generalunternehmer, die zahlreiche Handwerksbetriebe als Unterauftragnehmer bündeln oder alles aus einer Hand anbieten, sind ansprechbar für Sanierungssprints: