Ein Sanierungssprint umfasst Energiesparmaßnahmen wie Dämmung, Heizung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien und Photovoltaik. Neugestaltungen von Raumzuschnitten sowie Bad- und Küchensanierungen werden bei Bedarf ebenfalls integriert.

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Sanierung im Sprinttempo: Bauzeitenplan und Koordinationsstelle machen es möglich

Auf einer Sprintbaustelle arbeiten alle Gewerke parallel und eng abgestimmt. Das gelingt dank einem detaillierten Bauzeitenplan. Seine Erstellung braucht zeitlichen Vorlauf, stellt aber schnelle Baufortschritte, kurze Baustellenzeiten und hohe Qualitätsstandards sicher. 

So wird die anstrengende Baustellenphase möglichst kurzgehalten, der Bauabschluss liegt in greifbarer Nähe. Aufwändige Ausweichlösungen oder Mietausfälle werden auf ein Minimum reduziert. Der Auszug aus dem Gebäude während der intensiven Bauphase ist jedoch empfehlenswert.

Der Sprintkoordinator kümmert sich um die Einhaltung der geplanten Kosten und Qualität und bringt die Wünsche der Bauherrschaft ein. Dabei handelt es sich in der Regel um Fachleute aus den Bereichen Architektur oder Bauingenieurwesen, die neben der Planung auch die Koordination der Umsetzung abdecken.

Die Sanierungskosten unterscheiden sich unterm Strich nicht von denen einer konventionellen Sanierung. Denn dem zusätzlichen Koordinatoren-Honorar stehen die sich ergebenden Kosteneinsparungen gegenüber, beispielweise durch günstigere Vergaben auf Basis qualifizierter Ausschreibungen, die Vermeidung von Nachträgen, geringere Gerüststandkosten und weniger Mehrkosten für Mietausfälle und parallel gemietete Wohnungen. Für Sanierungssprints sind die üblichen staatlichen Förderungen anwendbar, insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), beispielsweise in Form der Effizienzhausförderung und Förderung der Baubegleitung.  

Sanierungssprints sind umfassende Modernisierungsprojekte. Umfangreiche Kosten, aber auch Förderungen sind je nach Projekt gegenüberzustellen. Die notwendigen Eigenmittel betragen oftmals mehr als 100.000 Euro.

Um den engen Austausch auf der Baustelle bestmöglich zu unterstützen, stellt die Bauherrschaft ein gemeinsames Mittagessen für alle Handwerkerinnen und Handwerker.

Komplettsanierung: standardisiert und individuell zugleich

Der Sanierungssprint wird nach festen Rahmenvorgaben durchgeführt:

Der Sanierungssprint umfasst alle energetischen Sanierungsmaßnahmen: Die Dämmungen von Fassade, Dach und Keller werden nach optimierten Standards durchgeführt, die Fenster werden dreifach verglast. Sofern kein Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist, kommt eine Wärmepumpe oft in Kombination mit einer Flächenheizung – wie einer Fußbodenheizung oder eine Heiz- und Kühldecke – und eine Photovoltaik-Anlage zum Einsatz.

Weitere nicht-energetische Maßnahmen, wie die Modernisierung von Küche und Bad oder die Reduzierung von Stufen und Schwellen, können miteingeplant, im Bauzeitenplan berücksichtigt und parallel durchgeführt werden.

Einzelne Sanierungsschritte können in Eigenleistungen ausgeführt werden. Dafür eignen sich vor allem Arbeiten, die entweder vor oder nach dem eigentlichen Sprint-Zeitraum durchgeführt werden können. Zum Beispiel können im Vorfeld Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Im bereits wieder bewohnbaren Haus können nach dem Sprint beispielsweise noch die Wände gestrichen, oder Sockenleisten angebracht werden.

Welche Gebäude eignen sich für einen Sanierungssprint?

Bislang wurden ausschließlich Sanierungen von Ein- und Zweifamilienhäusern als Sprint umgesetzt. Aber auch größere Häuser können im Rahmen eines Sanierungssprints energetisch ertüchtigt werden, jedoch verlängert sich je nach Komplexität der Sanierungszeitraum. 

Die Vorteile eines Sanierungssprints auf einen Blick

  • Tempo rauf: Die Baustellenzeit wird enorm verkürzt.
  • Kosten stabil: Trotz des zusätzlichen Honorars für die Koordinatorin oder den Koordinator unterscheiden sich die Sanierungskosten unterm Strich nicht von denen einer konventionellen Sanierung.
  • Qualität hoch: Sprintkoordinatorinnen und -koordinatoren sorgen in Kombination mit der gemeinsamen Verantwortung der Gewerke für eine hohe Qualität der Sanierung.

Den Gebäudebestand zu sanieren und ausreichend Wohnfläche zu schaffen sind große Herausforderungen. Sanierungssprints können hier ein wichtiger Baustein sein, denn sie sorgen für eine höhere Produktivität: sie leisten einen Beitrag zur Linderung von Fachkräfte- und Wohnungsmangel. Indem Facharbeitende so effizient wie möglich eingesetzt werden, können sie mehr Sanierungen umsetzen. Zudem werden ungenutzte Gebäude (durch Verfall oder Baustelle) schneller wieder auf dem Wohnungsmarkt verfügbar.

Sanierungssprint-Koordinatorinnen und -Koordinatoren

Generalunternehmer

Auch diese Generalunternehmer, die zahlreiche Handwerksbetriebe als Unterauftragnehmer bündeln oder alles aus einer Hand anbieten, sind ansprechbar für Sanierungssprints:

  • Christoph Sailer, Heinrich Schmid GmbH & Co. KG, Carl-Benz-Straße 20, 71634 Ludwigsburg, 07141/2348-11, 0170/9208055, C_Sailer(at)heinrich-schmid.de
  • Axel Rahm, Bauunternehmung Karl-Heinz Rahm GmbH, Ziegelbrennerstraße 8; 70374 Stuttgart, 0711/55341630, info(at)bauplusrahm.de
  • Michael Lopin, Wolff&Müller Immobilien-Service GmbH, Körschtalstr. 100, 73770 Denkendorf, 0711/3106-201, Michael.Lopin(at)wm-immobilien.de
  • Nebojsa Nikolic, A-Megabau, Hintere Str. 10 , 72644 Oberboihingen, 0172/85 53 950, nn(at)a-megabau.de

Erster Sanierungssprint in Baden-Württemberg erfolgreich abgeschlossen

Medienberichte

Stuttgarter Zeitung, 03.05.2025: Haus in Esslingen per Schnellverfahren saniert

Zum Artikel Haus in 22 Tagen saniert

SWR Aktuell, 30.04.2025: Altes Haus in Esslingen in 22 Werktagen energetisch saniert

ARD-Serie über den Sanierungssprint in Hamburg


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