Zuschüsse und Kredite gemäß BEG im Überblick

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert mit Investitionszuschüssen die Sanierung zum Effizienzhaus sowie energetische Einzelmaßnahmen.

  • Die förderfähigen Kosten bei Einzelmaßnahmen sind maximal 15.000 Euro Zuschuss, die förderfähigen Kosten liegen bei 60.000 Euro. Um sich diese Förderung zu sichern, ist die Begleitung und Prüfung der Sanierung durch einen Gebäudeenergieberater erforderlich.
  • Die förderfähigen Kosten zum Effizienzhaus liegen bei 150.000 Euro. Ein Zuschuss in Höhe von mehr als Hälfte der investierten Kosten ist – je nach Effizienzhausstandard – möglich. Zur Antragsstellung ist ebenfalls ein Energieberater erforderlich.

Für die Planung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten können Sie bei anrechenbaren Kosten bis zu 10.000 Euro einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro beantragen.

Antragsberechtigt für die Förderung von Einzelmaßnahmen sowie Gesamtsanierungen sind ab sofort nicht mehr nur die Eigentümer. Mit Beginn der BEG-Förderung können grundsätzlich alle Personen und Institutionen den Antrag stellen. Lediglich Bundes- und Landesstellen sowie politische Parteien sind ausgeschlossen.
 

Die Einzelmaßnahmen-Förderung im Detail

Die bisher geltenden Zuschuss-Fördersätze bei Einzelmaßnahmen, die mit dem Klimapaket am 1. Januar 2020 eingeführt wurden, bleiben erhalten.
Neu ist: Wer eine geförderte Gebäudeenergieberatung mit anschließender Ausstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) für Wohngebäude durchführen lässt oder bereits einen vom Bund geförderten Sanierungsfahrplan vorliegen hat und eine Maßnahme daraus realisiert, bekommt ab sofort einen zusätzlichen Förderbonus von fünf Prozentpunkten bei der Umsetzung. Die Gebäudeenergieberatung als Einstieg in die Sanierung wird dadurch nochmal deutlich attraktiver. Die Einzelmaßnahmen können über mehrere aufeinander folgende Jahre hinweg beantragt werden. Auch der iSFP-Bonus kommt jedes Mal erneut zum Zuge.

Die Einzelmaßnahmen gelten sowohl für Maßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik, wie auch für Heizungssanierungen. Für Maßnahmen an der Dämmhülle können zwanzig Prozent Förderung in Anspruch genommen werden, plus iSFP-Bonus. Die gleiche Förderhöhe gilt für Anlagentechnik außer Heizung. Den Einbau von Heizungsanlagen, die Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugen – also Heizungssysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe, Solarthermie und Wärmepumpen) fördert das BEG mit bis zu 50 Prozent:

  • Beim Austausch alter Ölheizungen gegen klimafreundlichere Modelle übernimmt die BAFA bis zu 45 Prozent der Investitionskosten, plus optional fünf Prozent für den iSFP.
  • Wird die Ölheizung durch eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage ersetzt, kann der Zuschuss in voller Höhe geltend gemacht werden.
  • Für eine Erdgas-Hybridheizung mit einem erneuerbaren Anteil von mindestens einem Viertel – beispielsweise über die Einbindung von Solarthermie – gibt es einen Investitionszuschuss von 40 Prozent – plus iSFP-Bonus.

Aber auch ohne den Austausch einer alten Ölheizung, honoriert das BEG den Einbau effizienter und klimafreundlicher Heizungsanlagen. Sie erhalten Investitionszuschüsse von

  • 35 Prozent für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden
  • 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent
  • 20 Prozent für Gas-Brennwertheizungen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind. Diese sogenannten „Renewable Ready“-Heizungen müssen spätestens zwei Jahre nach ihrem Einbau mindestens 25 Prozent der Heizleistung aus erneuerbaren Energien einspeisen.

Bei allen Maßnahmen ist ein hydraulischer Abgleich der neuen Heizung eine Fördervoraussetzung. Auch hier kann jeweils noch ein iSFP-Bonus von fünf Prozent geltend gemacht werden.

Neue Ölheizungen werden überhaupt nicht mehr gefördert.
 

Die Effizienzhaus-Förderungen im Detail

Neben der Anhebung der Fördersumme ist die Anpassung der Förderstufen eine wichtige Änderung der am 01. Juli 2021 startenden BEG-Förderung für Effizienzhäuser: die Förderstufe Effizienzhaus 115 fällt weg, da sie keinen zukunftsfähigen energetischen Standard darstellt. Hierfür gibt es kein Geld mehr. Die Stufen Effizienzhaus 100, 85, 70 und 55 bestehen weiter. Sie werden mit Tilgungszuschüssen zwischen 27,5 und 40 Prozent gefördert. Neu ist der ambitionierte Effizienzhausstandard 40, für ihn gibt es einen besonders hohen Zuschuss von 45 Prozent.

Neben dem auch hier geltenden iSFP-Bonus, kann für die Effizienzhäuser zusätzlich noch ein sogenannter EE-Bonus geltend gemacht werden. Wer erneuerbare Energien nach der Sanierung nutzt, erhält fünf Prozentpunkte mehr Fördergeld. So soll die bisherige zusätzliche Marktanreiz-Förderung der BAFA für erneuerbare Energien bei Gesamtsanierungen kompensiert werden. Bedingung für den iSFP ist hier, dass er mit einer umfassenden Sanierung vollständig umgesetzt wird und mindestens die dort als Ziel definierte Effizienzhaus-Stufe erreicht.

Die von der KfW vergebenen Kredit im Rahmen des BEG sind günstiger als viele Hausbank-Kredite.

(Stand: Januar/2021, alle Angaben ohne Gewähr)