Das Foto zeigt einen Stapel an Magazinen und Zeitungen, das oberste ist aufgeschlagen. Im Hintergrund links ist eine Kaffeetasse erkennbar.

Das Haus nicht nur kühlen, sondern auch heizen: Klimageräte machen es möglich

Luft-Luft-Wärmepumpen erfreuen sich wachsender Beliebtheit

10. August 2026

Für welche Zwecke sich die Geräte eignen – und für welche nicht.

Klimageräte können dazu beitragen, an Hitzetagen das Haus kühl zu halten. Inzwischen werden sie in Deutschland immer beliebter. Dass die Geräte auch heizen können, ist jedoch noch wenig bekannt. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Luft-Luft-Wärmepumpen, so der Fachbegriff, sind in der Anschaffung günstiger als herkömmliche Wärmepumpen und können vergleichsweise einfach installiert werden. Sinnvoll sind sie in eher kleineren Wohnungen oder unregelmäßig genutzten. Dies gilt insbesondere für Gebäude ohne Heizungsrohre, Heizkörper oder Fußbodenheizung, die bisher etwa mit Nachtspeicheröfen beheizt wurden. Nachteilig ist, dass sie das Haus nicht mit Warmwasser für Küche und Bad versorgen können. Die Wärmeverteilung muss zudem so geplant sein, dass die Luftbewegung im Raum angenehm ist und die Strömungsgeräusche nicht zu laut werden. Vor allem im unsanierten Altbau ist dies aufgrund des hohen Wärmebedarfs eine große Herausforderung. Luft-Luft-Wärmepumpen sollten in solchen Fällen in der Regel nicht als alleiniges Heizsystem eingesetzt werden. 

Fragen beantwortet das Team von Zukunft Altbau kostenfrei am Beratungstelefon unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an beratungstelefon(at)zukunftaltbau.de

In Südeuropa und Skandinavien sind Klimageräte schon lange im großen Stil im Einsatz. Doch auch in Deutschland wächst das Interesse von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern. Die Verkaufszahlen nehmen entsprechend zu: Laut Raumklimagerätestatistik des Fachverbandes Gebäude-Klima stieg der Absatz von rund 210.000 Geräten im Jahr 2018 auf rund 280.000 im Jahr 2024. Genutzt werden sie vor allem für den Kühlbetrieb.

Funktionsweise der Luft-Luft-Wärmepumpe

Im Kühlbetrieb entziehen Luft-Luft-Wärmepumpen der Raumluft Wärme und geben diese an die Außenluft ab. In der Folge sinkt die Temperatur in der Wohnung. Dreht man den Prozess um, wird eine Heizung daraus. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmepumpen übertragen Klimaanlagen die Wärme jedoch nicht über Wasser, Heizungsrohre und Heizkörper, sondern erwärmen über Inneneinheiten direkt die Raumluft“, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Im Heizbetrieb saugt die Außeneinheit Umgebungsluft an und entzieht dieser Wärme. Mit Hilfe von Strom wird diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und über ein Kältemittel zur Inneneinheit geleitet. Die Inneneinheit wiederum saugt Raumluft an, erwärmt sie und gibt sie wieder an den Raum ab. Wichtig zu wissen: Es findet kein Luftaustausch zwischen innen und außen und damit keine Wohnraumlüftung statt.

Luft-Luft-Wärmepumpen werden auch als Split-Klimaanlagen bezeichnet. Es gibt sie in zwei Ausführungen: Single-Split-Anlagen bestehen aus einer Außeneinheit und einer Inneneinheit. Bei Multi-Split-Anlagen hingegen gehören zu einer Außeneinheit mehrere Inneneinheiten, die verschiedene Räume versorgen können. Die Inneneinheiten benötigen einen elektrischen Anschluss, einen Kondensatablauf und sind über eine dünne Kältemittelleitung mit der Außeneinheit verbunden. In der Regel gibt es bei Multi-Split-Anlagen zwei bis fünf Inneneinheiten pro Außeneinheit. Je nach Größe und Geometrie der Wohnung und der Geräuschentwicklung der Außeneinheit können somit auch zwei oder mehrere Außenein­heiten notwendig sein, um die ganze Wohnung zu beheizen. 

Für welche Gebäude eignen sich Klimageräte?

Die Vorteile der Anlagen: Klimaanlagen sind in der Anschaffung meist deutlich günstiger als andere Wärmepumpen-Typen; pro Raum kann mit etwa 3.000 Euro gerechnet werden. Auch die Installation ist vergleichsweise einfach und spart Kosten. Für Menschen mit Allergien sind die Geräte nützlich, da die Inneneinheit mit Staub- und Partikelfiltern ausgestattet ist. Eine Baugenehmigung ist in der Regel nicht erforderlich, allerdings müssen die Geräte beim Netzbetreiber angemeldet und die Schallschutzanforderungen der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ eingehalten werden.

Luft-Luft-Wärmepumpen sind als alleiniges Heizsystem möglich oder als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem. Als einziges Heizsystem sind Luft-Luft-Wärmepumpen in unregelmäßig oder wenig genutzten Wohnungen sinnvoll, wie beispielsweise Ferienwohnungen, da sie Räume im Vergleich zu wassergeführten Systemen recht schnell aufheizen können. Auch kleineren Wohnungen eignen sich in der Regel gut, da hier mit einer Außeneinheit alle Räume abgedeckt werden können. In der Regel reicht es aus, wenn die Wohn- und -Schlafräume und Küche beheizt werden. Im Bad ist aufgrund der Feuchtigkeit kein Gerät sinnvoll. 

Die Klimageräte haben ihren größten Nutzen dort, wo es keine wasserführenden Rohrleitungen, Heizkörper und keine Fußbodenheizung gibt, etwa in Gebäuden mit Nachtspeicheröfen. Denn die Nachrüstung hin zu einem wassergeführten Heizsystem – einschließlich klassischer Wärmepumpe – ist dort mit erheblichen Kosten verbunden und kann schnell in den hohen fünfstelligen Bereich gehen.

Größere Wohnungen oder Häuser sind häufig eher ungeeignet für eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Hier können je nach Geometrie und Raumaufteilung zwei oder sogar drei Außeneinheiten nötig werden, auch mit Multi-Split-Geräten. 

Nachteile der Luft-Luft-Wärmepumpe

Wer mit einem Klimagerät heizt, muss für die Warmwasserbereitung eine separate Lösung finden, etwa über einen Durchlauferhitzer, Boiler oder eine Brauchwasserwärmepumpe. Viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer finden die Außeneinheit an der Wand außerdem ästhetisch nicht ansprechend. Außerdem wird das Heizen über die Erwärmung der Raumluft von manchen Menschen als weniger angenehm empfunden als bei einer klassischen Heizung mit Heizkörpern. Heizkörper erwärmen nicht nur die Luft, sondern haben auch einen hohen Strahlungsanteil, der vielen komfortabler erscheint.

Hinzu kommt: Bei einer reinen Luftheizung, wie bei den Klimageräten, kann ein Luftzug entstehen. Manche nehmen das als unangenehm wahr. Die Wärmeverteilung muss daher gut geplant werden, um Zugerscheinungen und zudem laute Strömungsgeräusche zu verhindern. Insbesondere in unsanierten Bestandsgebäuden ist das nicht einfach, da sie einen hohen Wärmebedarf haben. Expertinnen und Experten empfehlen in solchen Fällen, nicht ausschließlich auf Luft-Luft-Wärmepumpen zu setzen. 

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Alles rund ums nachhaltige Heizen

Alles Wissenswertes zu Wärmepumpen und ihrem Einsatz finden Interessierte auf der Webseite von Zukunft Altbau: www.zukunftaltbau.de/wegweiser-waermepumpe

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