Das Foto zeigt einen Stapel an Magazinen und Zeitungen, das oberste ist aufgeschlagen. Im Hintergrund links ist eine Kaffeetasse erkennbar.

Die Überhitzung von Wohnräumen vermeiden

Wie man sich im Sommer vor zu hohen Temperaturen schützt

15. Juni 2026

Tipps für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer

Hitzetage haben in den vergangenen Jahren nachweislich zugenommen. Immer mehr Städte und Gemeinden entwickeln deshalb Hitzeschutzkonzepte für die Sommermonate.  Auch Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sollten bei Bedarf Maßnahmen ergreifen, um sich vor übermäßiger Wärme in den eigenen vier Wänden zu schützen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Außenverschattung mit Jalousien und gezieltes Lüften in kühlen Stunden zählen zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um Hitze im Haus zu reduzieren. Außerdem sorgen Wärmepumpen mit Kühlfunktion, begrünte Dächer und eine gute Gebäudedämmung für ein angenehmeres Raumklima.

Fragen beantwortet das Team von Zukunft Altbau kostenfrei am Beratungstelefon unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an beratungstelefon(at)zukunftaltbau.de

Heiße Tage mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius häufen sich in Deutschland. Sie stellen für Menschen eine Belastung dar und können die Gesundheit gefährden. Meteorologinnen und Meteorologen erwarten, dass heiße Tage und tropische Nächte aufgrund des fortschreitenden Klimawandels immer weiter zunehmen. Umso wichtiger wird es für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um zunächst einmal möglichst wenig Hitze in die eigenen vier Wänden zu lassen. Im zweiten Schritt muss die Wärme wieder aus der Wohnung abgeführt werden.  

Neben dem Lüften tagsüber gelangt die Wärme über die Sonneneinstrahlung auf Fenster, Fassade und Dach ins Haus. Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Flächen haben die Fenster dabei den größten Einfluss. Oftmals kommt rund die Hälfte der gesamten Hitze, der sogenannte Wärmeeintrag, über die Fensterflächen ins Gebäude. Dach und Fassade machen den zweitgrößten Anteil aus. Zusätzlich zu den äußeren Faktoren entsteht auch im Haus Wärme; beispielweise durch die Nutzung elektronischer Geräte oder beim Kochen. 

„Richtiges Lüften, eine Verschattung der Fenster und eine gedämmte, massive Gebäudehülle sind die Grundlage, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann zusätzlich aktiv gekühlt werden“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. 

Hitze aussperren mit Außenverschattung und dreifachverglasten Fenstern

Einer der wichtigsten Schritte, um das Aufheizen des Hauses zu verhindern, ist die Fenster von außen zu verschatten. Das sollte man bereits am frühen Morgen tun, bevor die ersten Sonnenstrahlen auf das Fenster treffen. Zudem ist es ratsam, alle Fenster zu verschatten, um auch indirekte Sonnenstrahlung durch Reflektionen, beispielsweise an anderen Hauswänden, zu vermeiden. 

Geeignet dafür sind Außenjalousien, Rollläden, Markisen oder Klappläden. Außenliegender Sonnenschutz kostet meist mehr als innenliegende Lösungen, schützt jedoch deutlich besser vor Hitze. Auch wenn innenliegende Verschattungen häufig eine reflektierende Oberfläche haben, kommt immer noch deutlich mehr Solarstrahlung und somit Wärme im Raum an. 

Dreifachverglasung hält Hitze besser draußen

Wer die Fenster erneuert, schafft sich damit nicht nur einen Wärmeschutz für den Winter, sondern auch einen Schutz vor Hitze durch übermäßigem Sonneneintrag im Sommer. Dreifachverglasungen sind in beiden Fällen effektiver als Zweifachverglasungen und das bei unwesentlich höheren Anschaffungskosten. Wie gut die Schutzfunktion eines Fensters ist, zeigt der g-Wert. Das g steht für den Gesamtenergiedurchlassgrad. Er zeigt an, wie viel Sonneneinstrahlung durch die Scheibe dringt, die für den Wärmeeintrag in den Raum sorgen. Fenster mit moderner Dreifachverglasung haben einen Wert von 0,50, Fenster mit einer Zweifachverglasung einen Wert von 0,55. Das bedeutet, dass 45 Prozent der Sonnenenergie draußen bleiben.

Den größeren Hitzeschutzeffekt bringen bestimmte Beschichtungen auf den Scheiben. Diese sogenannten Sonnenschutzverglasungen können die solaren Wärmeeinträge um weitere 30 bis 50 Prozent reduzieren. Da Sonnenschutzverglasungen unabhängig von der Jahreszeit wirken, sperren sie aber auch im Winter die dann gewünschte Sonnenwärme zu großen Teilen aus. Daher werden sie in Wohngebäuden weniger häufig eingesetzt. Um im Winter die gewünschten Wärmeeinträge zu erhalten und im Sommer auszusperren, sind somit außenliegende Verschattungen ideal. 

Richtig gedämmt für alle Fälle

Auch die Fassade und das Dach haben Einfluss auf das Raumklima. Eine Fassaden- oder Dachdämmung hält das Haus nicht nur im Winter warm, sondern auch im Sommer kühl. Dämmungen bremsen den Wärmefluss von außen nach innen – die Hitze wird quasi ausgesperrt. Besonders deutlich merkt man das in einem gedämmten Dachstuhl. Die dort herrschende „sommerliche Kühle“ steht im deutlichen Kontrast zu den Temperaturen im zuvor ungedämmten Dach, das rasch überhitzte. 

Aber nicht nur der Dämmstandard ist entscheidend, auch die Speichermasse eines Hauses spielt eine Rolle bei der Hitzeabwehr. Zur Speichermasse zählen insbesondere massive Innen- und Außenwände, Estriche und Betondecken. Diese speichern über den Tag die Wärme zwischen und verzögern somit den Anstieg der Temperatur im Haus.   

Gezieltes Lüften senkt die Temperatur 

Sehr effektiv und mindestens so wichtig wie ein außenliegender Sonnenschutz ist das konsequente Lüften – nachts und in den frühen Morgenstunden. Falls möglich, sollten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer am besten querlüften. Dabei öffnet man gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, sodass ein Durchzug entsteht. Hierbei werden auch die Speichermassen, also Wände und Decken, wieder abgekühlt, die im Tagesverlauf Wärme zwischengespeichert haben. Wird es tagsüber heiß, sollten dagegen alle Fenster – so gut es geht – geschlossen bleiben und nicht mehr als nötig gelüftet werden.

Übrigens: Wer ein Haus mit Flachdach hat und dieses begrünt, betreibt damit ebenfalls aktiv Schutz vor Überhitzung. Die Begrünung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, puffert die Temperaturen und vermindert Spitzenwerte. Auch die Entsiegelung von Flächen rund ums Haus ist ein weiterer Schutz vor extremer Hitze. Rasenflächen, Beete sowie Teiche im Garten kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und wirken so der Überhitzung entgegen. 

Wärmepumpen können auch kühlen

Bisher wenig bekannt ist, dass Wärmepumpen auch kühlen können. Das Kühlpotenzial von Wärmepumpen mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung ist im Vergleich zu Klimaanlagen allerdings begrenzt. Sie können die Raumtemperatur um bis zu drei Grad senken. Das gilt sowohl für den aktiven wie auch den passiven Kühlbetrieb. Beim aktiven Kühlbetrieb ist die Wärmepumpe angeschaltet und reduziert mit Hilfe von Strom das Temperaturniveau im Haus. Beim passiven Kühlbetrieb wird ausschließlich über das Erdreich oder Grundwasser gekühlt. 

Beispiel Luft-Wasser-Wärmepumpen: Sie können nur aktiv kühlen. Voraussetzung ist, dass sie über eine sogenannte reversible Kühlfunktion verfügen, also die Möglichkeit haben, das Funktionsprinzip der Anlage umzudrehen. Statt der Außenluft Wärme zu entziehen und diese zum Heizen zu nutzen, nimmt das System dann die überschüssige Wärme aus den Wohnräumen über die Heizkörper oder Fußbodenheizung auf und gibt sie an die Außenluft ab. In die Heizflächen fließt dann kühleres Wasser nach. Für die aktive Kühlung benötigt die Wärmepumpe Strom. Daher sind hier Haushalte mit einer eigenen Photovoltaikanlage im Vorteil. 

Erdwärmepumpen können neben der aktiven Kühlung auch passiv kühlen. Das ist besonders stromsparend, da nur die Umwälzpumpe und nicht die Wärmepumpe selbst in Betrieb ist. Der Kühleffekt ist ähnlich wie bei der aktiven Kühlung. 

Luft-Luft-Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen

In Deutschland bislang wenig verbreitet, in Südeuropa dagegen häufig im Einsatz ist die Luft-Luft-Wärmepumpe, auch als Klimaanlage bekannt. Sie wird zum Kühlen und Heizen eingesetzt und kühlt aktiv. An heißen Tagen entzieht sie der Raumluft über Innengeräte Wärme und gibt diese über Leitungen, in denen ein Kältemittel fließt, nach außen ab. Luft-Luft-Wärmepumpen sind effizient, leicht zu installieren und in der Anschaffung günstiger als andere Wärmepumpen. In Kombination mit Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern sind die Kosten und die CO2-Emissionen gering. Mit Luft-Luft-Wärmepumpen können die Räume in der Regel bis auf die gewünschte Temperatur heruntergekühlt werden. Im Winter kann die Klimaanlage in der Heizfunktion die – fossil betriebene – Heizung unterstützen und den Verbrauch an Gas oder Öl erheblich reduzieren. 

Welche Maßnahmen zum sommerlichen Hitzeschutz im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom Gebäude ab. Eine Gebäudeenergieberatung hilft dabei, die passenden Lösungen für wirksamen Hitzeschutz zu finden.


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