Zukunftsfähige Heizsysteme und effiziente Lüftungsanlagen sparen Energie und steigern den Wohnkomfort

Mit dem Verbot des Einbaus reiner Ölheizungen von 2026 an kommt Bewegung in die Heizungskeller. Doch bereits jetzt sollten Sie bei einer neuen Heizung überwiegend auf erneuerbare Energien setzen. Nur so können Sie das Klima schonen und sich vor zukünftigen Kosten für das ausgestoßene Kohlendioxid schützen. Denn auch mit einem neuen Kessel können Sie max. 30 Prozent der Emissionen einsparen. Egal ob alter oder neuer Wärmeerzeuger: Die maximale Einsparung von Kosten udn CO2 erreichen Sie nur, wenn die gesamte Heizungsanlage optimiert und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde.

Zu den ökologisch sinnvollen Heizungsanlagen zählen Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellenheizungen und heizungsunterstützende Solarthermieanlagen aber auch Holzheizungen wie Stückholz- oder Pelletkessel. Idealerweise kann das Gebäude an ein Wärmenetz in der Nähe angeschlossen werden. Wärmenetze nutzen fast immer Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbare Energien. Unabhängig vom gewählten Energieträger lassen sich in einem Einfamilienhaus durch den Dreiklang Verbesserung des Heizsystems, bedarfsgerechte Regelung und Erneuerung des Wärmeerzeugers bis zu 30 Prozent Endenergie einsparen. Das entspricht rund 300 bis 700 Euro Heizkostenersparnis jährlich.

Achtung: Bevor Sie Ihre alte Heizung austauschen, sollten Sie Ihren Energiebedarf senken. Ertüchtigen Sie Ihre Gebäudehülle, d.h. Fassade, Fenster, Dach und Kellerdecke. So kühlt Ihr Haus im Winter nicht mehr so schnell aus und im Sommer bleibt es innen angenehm kühl. Und denken Sie an die passende Lüftung, insbesondere nach Dämmmaßnahmen.

Auch mit der besten Heizungsanlage kommt es darauf an, was Sie daraus machen: Richtig heizen und lüften.


Diese Heizungen erfüllen das EWärmeG ganz oder anteilig

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) verpflichtet in Baden-Württemberg Eigentümer von bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden, erneuerbare Energien einzusetzen, sobald sie ihre Heizungsanlage austauschen. Nach dem EWärmeG müssen Sie bei der Erneuerung einer Heizungsanlage 15 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Umweltwärme oder Bioenergie erzeugen oder ersatzweise Maßnahmen ergreifen. Zur Auswahl stehen Ihnen hier zahlreiche Optionen.

Mit einer Holzzentralheizung für Hackschnitzel, Scheitholz oder Pellets erfüllen Sie die Anforderungen. Das gilt auch für Einzelraumfeuerung durch Kachel-, Pellet- und Grundöfen, wenn die Öfen 30 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizen oder mit einer Wassertasche Wärme an das Zentralheizungssystem abgeben.

Mit der Wärmepumpe nutzen Sie Umwelt- oder Abwärme. Bei elektrischen Wärmepumpen müssen nach den EWärmeG-Vorgaben aus einer Kilowattstunde Strom mindestens 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden (Jahresarbeitszahl 3,5). Wird die Pumpe mit Gas oder Öl betrieben, muss das Gerät aus einer Kilowattstunde Brennstoff mindestens 1,2 Kilowattstunden Wärme bereitstellen (Jahresheizzahl 1,2).

Sie können die Vorgaben des EWärmeG zu zwei Dritteln erfüllen, wenn Sie Ihre Heizung mit mindestens zehn Prozent Bioöl oder Biogas bis 50 kW betreiben. Dazu müssen Sie einen entsprechenden Brennwertkessel einbauen.

Auch wenn Sie Ihre Wärme aus einer Heizungsanlage mit Kraft-Wärme-Kopplung beziehen, können Sie das EWärmeG erfüllen. Statt eine eigene Heizungsanlage zu betreiben, erfüllt auch der Bezug der Wärme aus einem Kraft-Wärme-Kopplung oder mit mindestens 15 Prozent erneuerbaren Energien oder Abwärme betrieben wird.

Erfüllungsnachweise müssen Sie innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme Ihrer neuen Heizungsanlage der unteren Baurechtsbehörde vorlegen. Die erforderlichen Bestätigungen stellen Ihnen Energieberater und Handwerker aus.

Weitere Erfüllungsoptionen finden Sie auf unserer EWärmeG-Seite.